Den Kölner Dom kann man nicht verfehlen, er ist unübersehbar. Und wird immer imposanter, je näher wir kommen. Der Kölner Dom ist gewaltig.
Wir sind in Köln und es regnet. Also nach dem Parkhaus Farina in der Kölner Innenstadt Ausschau halten und erst mal das Auto loswerden. Ganz Köln scheint eine Baustelle zu sein. Wir nehmen das Parkhaus vom Hotel Mondial am Dom. Und stehen nun in einem Autolift. Nie zuvor sind wir mit einem Lift in ein Parkhaus gefahren. Es ruckelt ein wenig. Ein wirklich seltsames Gefühl. Wir nehmen die Treppen und finden uns in einem Fünf-Sterne-Hotel wieder, lassen uns in weiche Sessel fallen und drucken den Stadtplan von Köln über Google Maps aus. Nach so einer Fahrt muss ich gleich zu den kleinen Mädchen. Frische Handtücher, große Spiegel, sehr gepflegt. Dann geht es los, der Kölner Dom ist in Sichtweite, der alte Markt links mit einem quirligen Weihnachtsmarkt. Alles recht nah. Wir nehmen Kurs auf das alte Rathaus von Köln, ein wunderschöner Bau mit vielen Figuren an der Fassade, unter den wichtigen Persönlichkeiten der Stadt Farina. Genau, daher kommt der Name des Parkhauses Farina, das wie Mehl auf Portugiesisch klingt, in das wir eigentlich wollten. Wir gehen weitere 20 Meter und stehen vor einer Baustelle, die nun eine Ausgrabungsstätte ist. Es ist das ehemalige Judenviertel von Köln mit Rundgewölben. Es regnet immer noch und wir huschen in das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Darin befindet sich die größte Sammlung impressionistischer Kunst in Deutschland. Und wenn man in Köln bei Regen Sonne sehen will, muss man nur die Gemälde ansehen, die das Licht des Südens eingefangen haben. Der Eintritt pro Erwachsener kostet 8,50 Euro und gilt den ganzen Tag. In der dritten Etage sind die Impressionisten, das was davor kam, wie der Realismus, und das, was danach kam, wie der Expressionismus oder der Pointelismus, eine Weiterentwicklung des Impressionismus. Da vergisst man den Regen in Köln ganz schnell. Unten im Keller findet gerade eine Sonderausstellung zu Ägypten statt. Wir sahen Horus, Hator, und einen Sarkophag in Ibis-Form, der ein Ibis-Ei mit Küken in seinem Inneren tragen soll, viele Kupferstiche von ägyptischen Tempeln. Nach dem Museumsbesuch schien sich das Wetter gebessert zu haben. Auf zum Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt. Die verschiedensten Düfte vermengen sich, Glühwein, Zuckerwatte, ein Elchkopf blubbert Seifenblasen, die glänzend zu Boden fallen. Der Weihnachtsmarkt in Köln ist gut besucht. Es ist kein Durchkommen. Von der Kölner Altstadt wollen wir zum Dom. Den Kölner Dom kann man nicht verfehlen, er ist unübersehbar. Und wird immer imposanter, je näher wir kommen. Weiter links sind aber Bauzäune. Wir steigen die Treppen zum Domplatz hoch und finden uns wieder auf einem Weihnachtsmarkt in Köln. Köln hat zwei Weihnachtsmärkte und dieser am Kölner Dom ist der größte. Teelichter, Schmuck, jede Menge Lichter und ein großer Baum, hinter dem die emporstrebende Fassade des Kölner Doms einfach gewaltig ist. Beim Eintreten in den Kölner Dom gegen 18 Uhr beginnt die Vesper zum 2. Advent. Zwei Kerzen leuchten am Adventskranz und viele hundert Lichter erstrahlen, die für Wünsche und Gebete stehen. Ein Knabenchor singt Kirchenhymnen, abwechselnd folgt Männergesang. Der Gesang ist einfach wunderschön. Der Dom ist gut besucht. Tiefe Religiosität trifft auf kletternde Touristen mit Fotoapparat, die aber ermahnt werden. Es ist ein heiliger Abend an einem heiligen Ort. Köln hat einen Dom, der scheinbar schwerelos nach oben strebt. Links hinter dem Kreuzschiff erkenne ich Fresken. Oben befinden sich wirklich viele Orgeln. Und wieder ertönt der Knabenchor – wunderschön. Was für ein Bischofssitz. Auf dem Domplatz fremde Laute, so ähnlich wie Italienisch, aber doch anders. Und wieder andere Laute. Köln ist multi-kulti. Köln ist ein teurer Ort zum Einkaufen, eine kleine schwarzviolette Louis Vuitton Handtasche für knapp 700 Euro. Ein Reisekoffer für 1300 Euro. Wir kaufen lieber heiße Maronen für 2 Euro, die mehlig auf der Zunge zergehen und ein wenig wie Kartoffel schmecken. In Köln geht die Post ab, sogar bei Regen. So viele Menschen, so viele Regenschirme. Selbst bei Regen halten in Köln alle durch. Allmählich weichen jedoch die Mäntel an den Schultern durch. Wir eilen zurück zum Parkhaus, bezahlen an der Hotel-Rezeption des Hotel Mondial am Dom und fahren glücklich nach Hause. Selbst bei Regen ist Köln eine tolle Stadt und eine Baustelle eben auch.