Teakmöbel oder Tropenholzmöbel verzweifelt gesucht
Der Thailandurlaub hat mich auf den Geschmack gebracht: Jetzt interessiere ich mich für Möbel mit
Charme. Alles begann mit
einer unbedachten Eingabe übers Internet. Die
Suchfunktion spuckte Teakmöbelanbieter in Hülle und
Fülle aus. Beispielsweise den Großhändler Ploß
& Co. Ein Naturholzladen in der Nähe war schnell
ausfindig gemacht und da standen sie: indonesische
Möbel, aus Mahagoni, daneben waren die aus Teak eher
blass (stone washed nennt man das). Die indonesischen
Möbel hatten endlich die Größen, die in einen
normalen Raum passen und diesen nicht gleich wie eine
Wuchtbrumme ersticken. Ich stehe eigentlich nicht auf
Möbelläden, vielmehr dreht sich mir meist der
Magen um, so dass ich nach den ersten dreißig
Schritten in einem Möbelhaus lieber flüchten
möchte. Das geht schon seit Jahren so. Ich rein in
den Laden, ich werfe einen Blick auf das Preisschild -
tja. 1700 Euro für eine Buchenvitrine. Alle
Massivholmöbel schlagen massiv aufs Gemüt, weniger
aufs Portemonnaie, so viel ist gar nicht drin. Zu
groß, zu glatt, zu teuer. Dagegen heute weiter hinten
zierliche Möbelchen, die noch handgemacht sind. Eher
primitiv, aber mit tollem Farbspiel. Preis der kleinen
schlichten Tropenholzkommode: 271 Euro. Der
zugehörige Vitrinenschrank aus Mahagoni noch
günstiger. Schönes Möbel, schöner
Preis.
Möbel-Freud - Möbel-Leid
Beim richtigen Preis klappt das eigentlich ganz schnell mit der gedanklichen
Suche nach dem passenden Stellplatz.
Die Kommode kommt in die Wandnische, der
Vitrinenschrank, 55 breit, 170 hoch, passt neben die
Tür und der halbrunde Konsolentisch mit dem passenden
holzgerahmten Spiegel für 80 Euro an die Wand neben
der Terrassentür. Schön im Gegenlicht. Jetzt fehlt nur noch ein runder Tisch,
rund spart Platz, habe ich in einer
Einrichtungszeitschrift gelesen. Fertig. Alle fünf
Teile zusammen addiert 1068 Euro. Mit ein wenig
Handeln passt da auch der Preis. Falsch gedacht! Der
Verkäufer kommt auf einen anderen Preis. Er setzte
nicht den roten Preis, sondern den Listenpreis an. Ich
protestiere, nenne den gesehenen Preis auf dem
Möbeletikett. Er geht nachsehen. Aus den 271 Euro werden dabei
279 (Der Möbelverkäufer hat tatsächlich die Eins
mit einer Neun übermalt!). Die Digikamera hat
übrigens noch den richtigen Preis des Möbels auf dem
Speicherchip. Aber das ist jetzt ohnehin Wurst, da der
Verkäufertyp auch noch Transportkosten draufschlagen
will. Zuviel Interesse gezeigt, leider gepatzt. In dem
Laden kann man aus Prinzip nicht kaufen.
Ein anderer Möbelladen muss her
Also den nächsten Möbelhändler von der Liste anrufen. Führen
Sie Teakholzmöbel oder Möbel aus Shesamholz? (Das
Holz sah nämlich auch sehr schön lebhaft gemasert
aus.) Für den Indoor-Bereich? Ja, ja, massig - ist
die Antwort. Also auf zu Scan Möbel. Tatsächlich
Teak und Shesam-Möbel und auch sonst viel in
Kolonialstil. Aber die Möbel sind mächtig. Wer hat
denn solche großen Wohnungen, frage ich mich. Wir
schleichen durch drei Etagen, aber nichts lacht uns
an, weiter zu Living, ein eher kleines Möbelhaus, das
liegt gleich nebenan. Dort ein paar Einzelstücke und
wieder das All Natura Programm für Leute mit viel
Geld und viel Platz. Tja muss ich denn die Kröte
schlucken und zu dem unsympathischen Verkäufer
zurück? Lieber telefoniere ich. Aber im Moment
brauche ich eine Auszeit. irgendwie komme ich mit dem
Möbelsortiment nicht rund. Jetzt verstehe ich, warum
Hollywood Stars einen Wohnraumdesigner engagieren. Und
dabei begann alles ganz harmlos mit einer Tropeninsel
und romantischen Tropenholzmöbelchen.
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