Italien-Reise mit dem Flugzeug und Mietwagen Vom Flughafen Frankfurt Hahn ging es bei kühlen 16 Grad Ende Juli gen Süden. Als das Flugzeug in Rom Chiampino landete, umpfing uns eine dunstige schwüle Luft, sogar der Himmel hatte einen Hauch Gelb. Mit dem Mietwagen wollten wir an die Amalfi-Küste im Süden Italiens, etwa dorthin, wo der Stiefel den die italienische Halbinsel formt, in den Fuß übergeht. Natürlich kann man auch nach Neapel oder Bari fliegen. Aber das hätte für zwei Flugtickets 500 Euro mehr gekostet. Zum Vergleich Ryan-Air verlangte pro Flug und Nase 7 Euro zuzüglich aller Flughafensteuern und Gebühren kosteten die Hin- und Rückflüge für Zwei 200 Euro im Ganzen. Da die Amalfi-Küste zu den schönsten Gegenden der Welt gehören sollte, war ein Mietwagen ohnehin geplant, um die Küstenstraße Amalfitana zu erkunden. Süditalien brennt Bei der Fahrt auf der Autobahn von Rom Richtung Neapel liegt Brantgeruch in der Luft. Leitschilder warnen vor Bränden in Süditalien. Direkt neben der rechten Standbahn züngeln Flammen. Die Feuerwehr ist schon da. Zum Glück steht der Wind günstig, so dass wir freie Sicht haben. Süditalien brennt. Urlaub in Süditalien mit Kick Durch den Brand haben wir die Autobahnabfahrt verpennt. Hoffentlich ist unser Urlaubshotel noch da. Wir haben Süditalien in Ost West Richtung durchquert und sind an der Ausfahrt Salerno. Auch gut. Dann fahren wir die Amalfiküste eben von der anderen Seite her an. Ein Hubschrauber mit Wasserballon fliegt über uns hinweg. Der Süditalienurlaub bekommt einen Kick. Wir erinnern uns an Taucher, die in Bäumen hingen, weil sie von Löschhubschraubern eingefischt wurden. Hoffentlich werde ich beim Schnorcheln nicht auch weggefischt. Vietri Sul Mare bei Salerno Bei Vietri Sul Mare fahren wir auf die Amalfitana, die berühmteste Küstenstraße in Süditalien. Noch sehe ich nichts Aufregendes, außer den Verkehr. Amalfi Bei der Durchfahrt durch Amalfi geht es eng zu. Man fährt nicht nur an Häusern vorbei, sondern durch Häuser durch. Hinter einem Torbogen versteckt liegt die Fußgängerzone. Gegenverkehr, Passanten, die den Weg kreuzen und schon ist man wieder aus Amalfi draußen. Anhalten und die Stadt, die der Amalfi-Küste ihren Namen gab, genießen geht nicht, dafür ist schlichtweg kein Platz. Fjorde in Süditalien? Über tief eingeschnittene Täler und Bogenbrücken sind wir bei der Anreise zum Ferienhotel gefahren. Unter uns immer wieder keilförmige Buchten, Strände und Boote landeinwärts. Die Fjorde Süditaliens sind atemberaubend schön, besonders das Tal von Furore (Vallone di Furore). Das Wasser des Fjords ist kristallklar. Hin und wieder hupt ein Bus, bevor er um die schwierigen Kurven fährt. Ein schöner Abschnitt der Amalfitana, einer der aufregendsten Küstenstraßen der Welt. Via Amalfitana Wir folgen weiter der Via Amalfitana. Schroffe Felsüberhänge mit Tropfsteinen zwischen dem Aussichtspunkt Conca Azul und Praiano führen gewiß bei allen Beifahrern zu entzücktem Ah und Oh und beim Fahrer zu Schweißperlen, wenn der in der Kurve entgegenkommende Bus haarscharf um den Außenspiegel navigiert. Praiano, der Nachbarort von Positano Unser Hotel, das Grand Hotel Tritone liegt zwischen Amalfi, das 9 km entfernt ist, und dem benachbarten Positano. Ein Ort der für seine Romantik und Schönheit vor allem von Amerikanern, gekrönten Häuptern und allen, die es sich leisten können, geschätzt wird. Ein Süditalienisches Hotel vom Feinsten: Das Hotel Tritone, Padon Grand Hotel Tritone Wir sind da. Vom Hotel sieht man fast gar nichts. Nur einen Parkplatz, der an dieser Stelle übrigens Gold wert ist, und einen Eingang in ein Fahrstuhlhäuschen. Den Mietwagen lässt man samt Autoschlüssel beim Parkservice des Hotels. Tatsächlich liegt das Hotel Tritone zu unseren Füßen an den Fels geklammert. Es sit heiß in Süditalien. Ich schätze 37 Grad. Mit dem Lift geht es abwärts zur Hall (der Rezeptionshalle). Warum erwähne ich das? Lifte spielen in diesem Strandurlaub eine alles entscheidende Rolle, denn das Meer liegt 150 m tiefer. Und ist durch Benutzung von vier Liften erreichbar: Zwei, die vom Hotelzimmer nach oben zur Hall und zwei, die in Etappen zum Meer führen. Der Hotelpool über dem Hotelzimmer Auf dem Wege zum Hotelzimmer kommen wir am Pool vorbei (Liftstation -4). Die wunderschöne Terrasse mit Pool liegt eine Etage über dem Hotelzimmer (Liftstation S1), das wiederum mit einem anderen Lift zu erreichen ist. Alles klar? Ich male mir einen Liftplan, um das Hotellabyrinth zu begreifen. Von den vielen Kurven der Küstensraße von Amalfi bin ich ohnehin noch sehr geschlaucht. Zimmer mit Ausblick in Süditalien Das Hotelzimmer liegt in schwindelerregender Höhe über dem Mittelmeer, das hier Tyrennisches Meer heißt und genauer gesagt der Golf von Sorrent (auf Italienisch Sorrento) ist. In diesem Hotel muß man schwindelfrei sein, das macht ein Blick durch das Terrassengitter klar. Unterhalb des Hotels ziehen Yachten weiße Bögen in der tiefblauen See. Das Hotelzimmer ist chic und geschmackvoll eingerichtet. Weiße Fließen mit bunten Blümchen geben ihm einen blitzblanken und zugleich verspielten Charakter. Uns zieht es zum Pool. Hotel mit Pool Unser Hotel hat einen sehr salzigen Pool mit einem spektakulären Ausblick auf eine Felswand mit Höhlen. Ein Blick über die Brüstung der Poolterrasse und es geht senkrecht nach unten zu einem geschwungenen kleinen Strand. Rechts davor eine Felsnadel, links im Hintergrund eine Kirche, die mit ihren bunten Zwiebeltürmen eher an eine Basilika erinnert. Tausend und eine Nacht grüßt. Die Farbenpracht stammt von Karamikdachsteinen. Überall entlang der Amalfi-Küstenstraße haben wir Keramik-Vasen und -Kacheln in Läden gesehen. Es ist das Amalfi-typische Kunsthandwerk. Zikkaden kreischen und die steil aufragenden Felsen oberhalb der Straße von Amalfi sind ein Bollwerk, das alles Fremde und Störende abhält. Wir sind in diesem Italienurlaub echt weit weg, abgeschirmt von der Außenwelt. Nicht mal der Lärm der Amalfi-Küstenstraße gelangt zu uns - abgesehen von den obligatorischen Hup-Tönen, die die Touristenbusse vor den scharfen Straßenwendungen der Via Amalfitana abgeben. Wie ein Schalbennest oder besser gesagt wie ein Adlerhorst sitzt die Terrasse mit dem Pool am Hang. Gegenüber verlassene terrassierte Gärten. Das Wasser ist herrlich warm und sehr salzig. Ein geschwungener Meerwasserpool. Mauern, an denen wilder Wein und Bougainvilleas klettern, Blumen überall. Hier fällt alle Hektik der Reise ab. An manchen Orten hat man das Gefühl, angekommen zu sein. Dies ist ein solcher Ort. Hotel Tritone 2. Tag Unterhalb des Hotels liegt das tyrennische Meer so gar nicht tyrennisch oder aufbrausend. Es ist tief blau und fast spiegelglatt. Ein sanftes Meer. Sollte die alte italienische Sage wahr sein, dass das Meer so sanft ist, damit zwei Liebende einader zurufen können? Frühstück im Hotel mit einer Hochdosis Romatik Die Zikkaden erwachen während des Frühstücks, das auf einer überdachten Terrasse serviert wird, die von Mäuerchen mit wildem Wein umrahmt ist. Im Dunst liegt die italienische Landzunge, die mit der Silhouette der Insel Capri fast verschwimmt. Das Frühstück im Hotel ist lecker und für italienische Verhältnisse sehr vielseitig (auch was andere Brotsorten anbelangt), Salami, diverse italienische Schinken-, Käse- und Wurstspezialitäten, natürlich Mozarella, Tomatensalat, Früchte, Säfte und die Spezialität des Verwöhnhotels: Kuchen, Torten, Törtchen, Plätzchen und Blätterteigcreationen und last but not least Tiramisu. Nach dieser Überdosis kulinarischer und visueller Genüsse ist eines klar. Das Hotel Tritone (was soviel wie Dreizack bedeuted) ist ein echtes Romantikhotel. Und UMTs funktioniert auch. 3. Urlaubstag: Ein Abend in Süditalien Abends waren wir in Praiano. Mit Einbruch der Dämmerung leuchteten die Lichter von Positano auf. An allen Hängen Positanos Lichter. In einer Bar an der Straße nach Positano trafen sich Jung und Alt. Die Einwohner der Amalfi-Küste sind alle sehr nett. Wie auf einem Logenplatz beobachteten wir das quirlige südliche Leben. Nachdem wir einen Käse Schinken Toast und ein Pizza-Brot mit Schinken und Mozarella (1,50 / 2,80 €) gegessen hatten, fuhren wir in Richtung der Lichter. Auf dem Wegweiser Positano 8 km. Süditaliens Perle Positano Positano ist eine archtektonische Glanzleistung. Nahezu senkrechte Grundstücke - in Deutschland unbebaubar - werden hier in Süditalien zu Terrassen, Limonengärten und Urlaubshotels mit unverbaubarer Aussicht. Der wenige Platz in Positano wird genutzt, selbst große Blumenamphoren sind in die Häuserwände eingelassen. In Positano blüht es an jeder Ecke. Urlauber sitzen in den vielen romantischen Restaurants von Positano. Lichtergirlanden schmücken Hoteleingänge, Treppenstufen und Balkone, Süditalien inszeniert sich. Urlaub wie aus Traumwelten. Ein schöner Urlaubsabend in einem Restaurant in Positano Ein schöner Urlaubsabend im Restaurant kann die gesamt Reisekasse gefährten. Antipasti, Pasti, erster Gang, zweiter Gang und Contorni. Versuchen sie erst gar nicht den Blick auf die Weinkarte. 40 Euro Weine sind in diesem Edelurlaubsort in Süditalien eindeutig ein Schnäppchen. Zurück im Hotel greife ich eine Zeitschrift für Hotelfachleute. Nur vier Prozent der Bevölkerung können sich einen Urlaub in Positano leisten. Tja, stimmt. 3. Tag im Relaxurlaub in Süditalien Faulheit setzt ein. Mit zwei Liften fahren wir von der Hotellobby hinunter an den Strand. Alternative: 600 Stufen, um die 150 Meter zu überwinden. Der erste Lift hält 420 Stufen über dem Meer. Nach einem unerfindlichen Plan schmiegen sich Treppen an die fast senkrecht abfallenden Kalkfelsen. Wir nehmen den zweiten Lift. Er endet in einem kühlen Stollen, am Ende Licht. Dieses italienische Hotel hat für seine Gäste keine Mühen gescheut. Nach einem kurzem Abschnitt am Meer tauchen wir wieder in eine Grotte ein. Ein kurzer Ausblick aufs Mittelmeer und es geht im Tunnel weiter Richtung Strand. Am Privatstrand des Hotels Hier am Ende des Tunnelgangs, der eine Felszacke am Fuße des Hotels passierbar macht, liegt das Strandrestaurant des Grand Hotels Tritano auf verschiedenen Ebenen. Betonkultur, die von Felsen, luftigen Bambuspergolen, Liegen und Sonnenschirmen gemildert wird. Und ein fast kreisrunder Pool, der mich aber wenig reizt. Wir wollen ganz vorn am Meer sein und die Fische zwischen den Steinen sehen. Am späten Nachmittag steuern Boote den Landesteg an. Barbusige Damen werfen die geborgten Taucherbrillen dem Hotelangestellten zu, der diese Aufgabe genießt. Das Meer in der Hotelbucht ist erstaunlich warm. Über eine Leiter steigt man vom Betonplateau, auf dem man sich eher wie an der Reling einer Yacht fühlt, ins Meer. Am Grund große abgerundete Steine. Magisch blau und grün schimmernd vom Mittelmeer umspült. Kiesstrand unter der Klippe Die Strände zwischen Punta Campanella und Amalfi sind rar gesäht und in disem Teil Süditaliens bestehen sie aus grauem Kies oder mitunter nur aus Betonflächen. Der Hotelstrand Der eigentliche Strand ist öffentlich und ein gemischter Sand- / Kiesstrand, der trotz der hellen Kalsteinfelsen eher grau gefärbt ist. Seltsamerweise ist hier das Wasser wesentlich kälter. Er ist hübsch geschwungen, etwa 100 Meter lang, nur die Warnungen vor herabstürzenden Felsen, die hier nahezu senkrecht aufragen, machen ein leicht mulmiges Gefühl. Dafür ist er ein echter Geheimtipp. Nur am Wochenende kommen ein paar Yachten vorbei, sonst ist er fast menschenleer. Das Wasser ist am Rande seicht mit sanften Wellen, glasklar bis in eine Tiefe von 10 Metern. Und trotz der vielen Steine unter Wasser haben wir uns nie gestoßen. 4. Tag am Strand Gleich am Einstieg viele Fische. Grau mit einem gelben und schwarzen Streifen vor dem Schwanz. So zutraulich, dass man beim Heraussteigen aus dem Wasser fast Angst hat, sie zu zerdrücken. Übrigens, die Strandleistungen sind in diesem Hotel in Campanien im Übernachtungspreis inbegriffen. Dazu zählen Liegen, Sonnenschirme und ein großes olivgrünes Handtuch pro Hotelgast. Das ist schön, denn bei einem Hotel derselben Kategorie, d.h. 4-Sterne, lag die Strandbenutzung bei 15 € je Gast. Schöne Aussichten im Süditalien-Urlaub Blick von der Ausichtsterrasse nach Positano. Sonnenschein, fast 40° Celsius, und zu Füßen des Hotels die gesamte Küstenlinie der Amalfiküste Richtung Punta Campanella (dem letzten Landzipfel des italienischen Festlandes bei Capri) und ganz nah die Bucht von Positano. Was gibt es schöneres im Italienurlaub als kurz an das kalte regnerische Wetter daheim zu denken und es dann mit einem zufriedenen Urlaubslächeln zu vergessen? Vor Positano hielt sich eine gewaltig große Yacht auf - vielleicht ein gekröntes Haupt? Zumindest war die Marine zum Schutz da. Millionäre mit schicken Yachten haben es schwer an der Amalfiküste, es gibt zuviel steinreiche Konkurrenz um die beneidenden Blicke der Positano Urlauber. Aber warum in die Ferne schweifen, auch unsere Bucht von Vettica Maggiore unterhalb des Hotels zieht die Yachtbesitzer an, die dem Meer ein weißes i-Tüpfelchen aufsetzen. Wie gehabt 2 Lifte und 150 m abwärts an den Hotelstrand. Für lauffaule Strandurlauber wie geschaffen. An der Strandbar des Hotels gönnten wir uns Melonenstücke und ein Käse Salami Panini (7 € und 10 €) unter dem Habschatten des Babus-gedeckten Daches. 5. Tag Samstag und damit Wochenende in Italien. Alle Plätze auf der Kai-Mauer sind belegt. Yachten und kleinere Boote belagern die Bucht. Ich habe einen Beutel mit Weißbrot für die Fische. Ein Schwarm kleiner Sardinen ist schnell ausgemacht. Sie reagieren nicht. Offensichtlich schlafen sie. Dann kommen ein paar rötliche Fische in allen Größen, schnappen sich ein Stück Brot und entfernen sich blitzartig. Immer mehr Fische kommen. Auch bis zu 25 cm lange. Ich schwimme wie in einem Aquarium. Toll. Den italienischen Urlaubsbekannten sind die altrosa Fische schnuppe, sie verweisen auf die Malediven. Ich finde Asien und seine Unterwasserwelt natürlich auch toll, aber wenn man mit so wenig Brot so viele Fische anlocken kann, ist Italiens Mittelmeer auch nicht zu verachten. 6. Tag Sonntag in Italien: Capella nella Grotta - die Höhlenkapelle Unser Auto ist weg. Der Hotelparkplatz krachend voll, aber unser Auto fehlt. Der Parkwächter des Hotels weist die Straße runter Richtung Positano. Ok ok, ganz so weit weg ist der Mietwagen dann doch nicht. Er steht 40 m weg auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor einer Tür mit vergitterten Fenstern. Capella nella Grotta steht auf einem Schild. Die Tür ist unverschlossen, wir treten ein. Es ist schlagartig kalt und dunkel, obwohl die Fensteröffnungen der Tür keine Scheiben haben. Da uns die Lage der Lichtschalter entgeht, tasten wir uns vorsichtig tiefer in die Grotte. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit der Höhle. Wir erkennen winzige Häuschen, klein wie Puppenhäuschen in einer Art Altarnische. Was mag die Bedeutung sein? Draußen schlagartig Hitze. Wir fahren zur nächsten Grotte, der Smaragdgrotte. Ein Ausflugsziel, das bei über 40 °Celsius Erfrischung verspricht. Im Reiseprospekt wird sie als ähnlich schön, wie die blaue Grotte auf Capri angepriesen. Nach nur 8 km Entfernung ein großes Schild Grotta dello Smeraldo. Kaum ausgestiegen werden wir bestürmt. Die Parkplatzwächterin und zwei weitere Damen im Souvenirshop geleiten uns zum Restaurant. Klar wollen wir auch essen, aber gleich abführen? Parkplätze sind ein rares Gut. Mal sehen wie teuer sie mit dem Essen bezahlt werden müssen. Die Speisekarte des Restaurants Conca Azurra erscheint - zumindest für die Amalfiküste und diese Lage - angenehm. 12 € Canelloni und Minilangusten, Grüne Nudeln mit Gemüse 13 € und 2mal CocaCola zu 3,50 € und ein Brotkörbchen (2x 2,50 €) machen zusammen 37 €. Der Kellner fleht fast förmlich wir möchten doch noch mehr bestellen, Kaffee oder Capuchino. Aber wir wollen jetzt wirklich zur Grotte.
Die Smaragdgrotte zwischen Amalfi und Positano bei Conca die Marini Aus dem Restaurant kommt man im Souveniershop an, der allerdings kaum zu transportierende Vasen und Tischplatten aus bunt glasiertem Steingut führt. Gleich rechts, Richtung Amalfi ein paar Treppenstufen zum Eingang der Smaragdgrotte. an der Straße ein Wagen mit riesigen Zitronen, dahinter Bougainvilleas vor dem tiefblauem Meer. Mit einem Lift (wie auch sonst) fährt man schätzungsweise 60 m hinunter zu einem Tunnel, an dessem Ende eine winzige Bucht liegt. Ein Anlegeplatz für Bootsausflügler, die von Amalfi kommen. Wir treten ein, da liegt eine verlassene Fähre, die einen geradewegs in den Hades zu bringen scheint. Weit weg eine Stimme in einem beschwörnden theatralischem Ton. Irgendwo in der Tiefe der Höhle scheint der Fährmann unterwegs. Dann taucht er auf - eco il miracoli - ruft er beschwörend. Zeigt in die Tiefe. Was für eine Show! Andere Touristen, die die smaragdgrotte besichtigen wollen, treten ein und werden - wie wir wieder zurückgerufen, 5 € per favore. Dann dürfen wir einsteigen. Wir bekommen einen jungen Fährmann. Er nennt die Fakten, die Grotta dello Smeraldo ist 20 m hoch und hat ähnlich wie die blaue Grotte auf Capri einen geheimen Durchgang zum Meer, der in 10 Metern Tiefe liegt. Plötzlich sehen wir das unwirkliche Schimmern. Grünblau und geheimnisvoll. Ah und wonderfull, rufen die amerikanischen Touristen aus. Das Schimmern wird immer intensiver, dann entfernen wir uns und tauchen fast lautlos tiefer in die Grotte ein. Wir sehen Stalagmiten und andere Tropfsteine. Plötzlich beginnt der italienische Touristenführer / Fährmann zu singen, um dann unvermittelt auf das Wasser einzupeitschen. Wie lauter Smaragde funkelt das sonst dunkel liegende Wasser auf. Er klatscht und klatscht immer wieder auf das Wasser. Wunderschön leuchten die Tropfen auf. Dann singt er wieder und rudert weiter. Schade. Ich streife durchs Wasser und es funkelt. Nahe des Ausgangs sehen wir wieder die Smaragdfarbe, die der Grotte ihren Namen gab, rechts eine Lampe und in der Tiefe Heiligenfiguren. Der Touristenführer ruft. Luck for the wonder! Alle Schauen. Wie klar das Wasser ist. Ja ein Wunder, aber ein Naturwunder. Und das ist echt. Zurück an der Conca Azurra naschen wir im Souvenirshop Eis. Wieder bemüht man sich um uns. Lädt uns auf die Terrasse ein. Oben auf dem Dach die schönste Aussicht, aber sonst niemand da. 7. Tag. Das tyrennische Meer ist wild. Rote Flagge. Ein Italiener aus Milano ist sehr galant und sehr vergeben. Er stellt sich wirkungsvoll in die Brandung. Ooops, da liegt er drin. Das Meer sendet einen Gischtschwall in weitem Bogen auf alle Sonnenanbeter. Zunami ruft Mari aus, die Mailänderin hat eine volle Ladung abbekommen. Ihre Urlaubslektüre tropft. Das tyrennische Meer scheint richtig zu schäumen. Alle Leitern am Bootsanlegeplatz sind eingeholt, die Sonnenschirme geschlossen und die Liegen zurückgezogen. Letzter Blick zur Kirche San Genaro in Priano (Ortsteil Vettica Maggiore). Ihre Glocke mit der dünnen Stimme klingt etwas wehmütig. Es ist unser letzter Abend im Hotel Tritone bei Positano. Wir essen Makkaroni mit vier Käsesorten überbacken (12 €) und Fusili (das sind gedrehte Nudeln) mit Schrimps und Mini-Tomaten (14 €) dazu Capucchino und Tee, Brot im Körbchen und ein großes Mineralwasser (3 €). Er war ein wunderschöner Urlaub. Abreisetag: Der Süditalien-Urlaub war viel zu schnell vorbei. Die Lust, noch mehr von Süditalien zu sehen, ist noch nicht gestillt. Der Flug von Rom Chiampino nach Frankfurt Hahn geht erst spät abends. Mit dem Mietwagen fahren wir durch Positano, das Romantik auf engstem Raum versprüht, nach Castallammara (dort liegt wirklich ein Schloß am Meer), entlang der Küstenstraße Richtung Neapel. Der Golf von Neapel formt eine weite sichelförmige Bucht, dahinter gewaltig der Vesuv. Wir entschließen uns, ab Stabia nach Pompei zu fahren. Ehrlich gesagt sind die Vororte von Neapel alles andere als geschmackvoll. Verkehrschaos und eine Parksituation, die die Fahrer zwingt, in zweiter Reihe zu parken. Der Urlaubseffekt ist voll dahin. Endlich wieder Hinweisschilder auf die Ausgrabungen von Pompeji (Scavi di Pompei). Die Ausgrabungen von Pompeji - süditalinischer Lebenstil seit 2000 Jahren konserviert Im alten Pompei wurden nicht nur die Gehsteige erfunden sondern auch unsere heutige - lateinische Schrift. An einer Hauswand im Ausgrabungsgelände sieht man noch die Schrift der alten Phönizier, von rechts nach links und das P umgedreht, wie in Spiegelschrift. Irgendwann drehte man die Buchstaben um, und schon sehen die Inschriften in Pompei aus, wie heutzutage, nur etwas eckiger. Wir verlassen Süditalien. Die Sonne wird blasser, vor Rom tauchen Wolken auf. Während in Süditalien das Gras und oftmals ganze Hänge (bei Sorrent) durch Waldbrände verkohlt waren, ist hier noch grün. Wir nähern uns den beiden Flughäfen von Rom. Stehen im obligatorischen Stau. Plötzlich erscheint unser Urlaub nicht mehr real.
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