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Venedig entdecken, Venedig oder den italienischen Konsumgenüssen verfallen - Meine Venedigreise (Teil 4)

 


Touristen in Venedig, auch das noch!

Inzwischen haben sich eine ganze Menge Leute auf der Rialto Brücke breit gemacht. Wo sind die alle plötzlich hergekommen? Auf zur Brücke. Einige streben nach oben, andere nach unten und andere wollen nur schauen. Ich will nach oben und auch hin und wieder schauen.  Die Fassaden am anderen Ufer werden jetzt angeleuchtet. Sanft und verträumt. Aber hier auf der Brücke wird es eng. Die Läden auf der Brücke haben aufgemacht. Von oben blickt man über Schultern und Köpfe hinweg in eine dunkle Gasse. Straßenläden an Straßenläden folgen einander. Wir tauchen in den Schatten ein, folgen den Vorausgehenden. Ein Blick nach oben, an einer Hausecke eine wundervolle Statue, eine Schutzheilige jung und schön, weiß, vor einer Pfirsichfassade. Vom Sonnenlicht umflutet, scheint sie zu jubilieren. Überall entdecke ich Türmchen, Giebel, Verzierungen. Alles scheint hier im Übermaß: Stuck, Fassaden, Simse, Farben, Licht.

 


Venedig wogt

Das Geschiebe geht voran. Ich schere aus der Menschenwoge aus. Ein Platz umgeben von Arkaden. Eine Kirche. Auf kulturerlebnis versessen, gehe ich auf die Tür zu - sie ist verschlossen, schade. Mein Begleiter und ich gehen weiter nach rechts Richtung Canale Grande. An der uferpromenade ist es gleich viel ruhiger. Eine Kunststudentin skizziert und verwirft sogleich alles wieder. Die Paläste am anderen Ufer sind groß und prächtig, farbenfroh und über und über verziert - bis auf ein weißes etwas klotziges Gebäude. Die ehemalige deutsche Handelsniederlassung. Na ja, keine Phantasie. Das einzige nüchterne Gebäude hier. Zurück zur Rialto Brücke. Die Straßenläden sind voller Masken, Schmuck, Dolche, Armbrüste, Pistolen (das Richtige für's Handgepäck im Flugzeug), ob echt oder Zierde, keine Ahnung. So ein Schwert würde ohnehin nicht in meinen Koffer passen. Oder wie wär's mit einer zierlichen Daumenschraube. Ob der Beschenkte das originell fände oder aus dem Mitbringsel schließt, dass man ihn nicht mag? Dann kommen Lederhandtaschen und Täschchen, rot, chic, elegant und doch unkonventionell. Echtes Leder, sogar sehr gut verarbeitet und dabei durchaus erschwinglich, ja im wahrsten Sinne preiswert. (Ich habe zuhause einen Lederschlüsselanhänger als Weinachtsgeschenk gekauft und der war genau so teuer wie eine nette kleine italienische Handtasche zum Ausgehen).

 


Venedig, das Einkaufsparadies - das Objekt der Begierde

Da, eine rote pausbäckige Ledertasche, Lippenstift-rot, sehr chic. Ich glaube Carrie Bradshaw würde sich die Finger danach verzehren. und ich tue gerade dasselbe. Ich habe nämlich (fast) kein Geld mit. Der Reiseführer warnte vor Taschendieben und sagte nichts davon, dass man in Venedig preiswert einkaufen kann.

 

 

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