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Venedig Teil 7 >>


Venedig: Venedigs Viertel San Toma, ein venezianisches Gemälde und ach Tränen in Venedig (Teil 6)

 


Venedig: Maler, Gondeln, Venedigs Stadtviertel San Toma

Der Künstler an seinem Stand mit Venedig-Gemälden scheint noch nichts verkauft zu haben, er sieht etwas traurig aus. Neben dem Bootssteg für das öffentliche venezianische Verkehrsmittel - Vaporetto - liegt der Gondelableger. Die schwarzen Gondeln sind richtige Kleinode, reich mit Schnitzereien verziert, innen rote Samtkissen mit Goldbordüren. Die Gondeln strecken abwechselnd ihren halsförmigen Bug nach oben, wippend, wie Pferde beim Pferderennen. Auf und ab, auf und ab, mir wird schon wieder ganz schaukelig im Magen.

 


Bootsfahrt zu Venedigs Stadtviertel San Toma

 

Das Vaporetto ist jetzt voll, kein Sitzplatz, schweißige Enge. Dir Luft ist stickig. Meine Kleidung klebt. Bei San Toma raus. Augen zu und durch in eine schmale Gasse. Oh, keine Touristen, gar keine! Plötzlich fällt alle Hast ab. Ich blicke zum Canale Grande zurück und genieße den Anblick.

 


Venedig spielt Versteck

Die schmale Gasse in Venedig, San Toma, ist wirklich schmal, und sie endet auch gleich; oder doch nicht? Vor mir eine Wand, der Weg geht nun nach rechts oder links, wo er wiederum zu enden scheint. Also nach rechts, dann nach links. Ich bin im Gassenlabyrinth Venedigs. Unvermittelt eröffnet sich ein kleiner Platz. Über den Dächern erhebt sich ein Campanile, also ein Glockenturm.


Eine etwas andere Kirche in Venedig

Ein Glockenturm gehört zu einer Kirche und dieser hoffentlich zur Frari-Kirche. Dort will ich hin. Tizian finden oder besser gesagt sein Grab.


Frari-Kirche in Venedig, riesige Gemälde

Die Frari-Kirche in Venedig ist ein riesiger, in ihrer Strenge eher unvenezianischer Backsteinbau und sie ist vor allem eines - groß. Die Häuser in respektvollem Abstand zur Kirche spenden Schatten. Es ist mittags in Venedig. Wir flüchten uns in die Kühle der Kirche. Langsam gewöhnen sich unsere sonnenbebrillten Augen an das schumrige Licht. Die Frari-Kirche ist die eines venezianischen Bettelordens, aber voller Kunstschätze: riesige Gemälde und prunkvolle Grabstädten.


Ein venezianisches Gemälde

Als ich an ein Gemälde Tizians herantrete, es zeigt Maria mit dem Kinde und Menschen, die sich um sie versammelt haben, bemerke ich, das ich neugierig gemustert werde. Ein Knabe blickt mich über seine Schulter direkt an. Ich fühle mich fast wie ein Eindringling, der die traute Runde stört. So als hätte er meine Schritte gehört. Natürlich ist das vor mir ein Gemälde, aber es ist beseelt. Die Figuren wirken lebendig. Es ist es etwas seltsames mit dem Bild. Irgendwie erschaudere ich, ich weiß nicht recht, wie mir geschieht. 

 


Venedig ganz privat, Venedig zum Heulen schön

Ich sitze nun vor der Frari-Kirche am Rio San Toma, ein schmaler sonnendurchfluteter Kanal. Weiße Marmorstufen unter Wasser, das Ganze wirkt sauber wie ein Schimmingpool. Ein sehr privater Ort, den ich für mich habe. Plötzlich schießen mir die Tränen in die Augen. Ich weiß nicht warum. Vielleicht weil die dargestellten Menschen und auch der Künstler, Tizian schon 400 Jahre tot sind, und doch so lebendig schienen. Vielleicht wegen all der Schönheit in all ihrer Vergänglichkeit hier in Venezien, wo Zeit so faßbar wird. Ich weiß es nicht. Tränen kullern. Es läuft einfach aus mir raus. Ich bin nicht traurig, nur tief bewegt. Ich kann es nicht stoppen.

 

 

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