Venedig, ein venezianisches Restaurant, blühender Oleander in Venedig und ich
Etwas irritiert von soviel weiblicher Irrationalität lädt mich mein Begleiter zum Essen ein.
Ich blicke auf das fast schon etwas unwirkliche, durchscheinende milchige Blau des Canale San Toma.
Ich kriege meine Tränen noch immer nicht in den Griff. Was passiert nur
mit mir hier in Venedig? Wir gehen also etwa 30 bis 50 m zum Restaurant.
Ein Chinese. Blühende Oleanderbüsche in Kübeln umgeben die vier Tische.
Die Speisekarte bietet chinesisch-italienische Spezialitäten.
Venezianische Restaurantpreise, anders als im Reiseführer angedroht
Wir wählen
Spaghetti, was sonst; und Hähnchen, kleingeschnetzelt in Soße. Wieder
überraschen uns die Preise in Venedig und zwar positiv. Ein Teller
Spaghetti kostet 3,20 EURO. Zuhause in Hessen kostet das mehr.
Alle sind nett in Venedig, nur ich bin schnief-peinlich
Ich sitze und schniefe im Restaurant. Die jungen Mädchen am
Nachbartisch sind zu beschäftigt mit Essen. Vereinzelt kommen Touristen
vorbei. Es ist mir peinlich, so verheult dazusitzen. Die können ja nicht
wissen, dass ich vor tiefer Bewegtheit heule. Vielleicht glauben Sie, mein
Begleiter habe mir gerade eine runter gehauen oder feige im Restaurant
Schluß gemacht, damit es keine Szene gibt. Mein Taschentuchvorrat
ist erschöpft.
Es ist für alles gesorgt, auch für Venedigbesucherinnen (wie mich)
Ich bedien' mich am Papierservietten-Spender. Sind die
venezianischen Restaurants vielleicht auf (über-) emotionale
Venedig-Besucherinnen eingestellt? Langsam muss ich über mich selbst
lachen, mein Begleiter wirkt verlegen und recht betreten, was mich noch
mehr erheitert. So lache und weine ich zugleich.
Endlich kommt das Essen: Spaghetti mit Chili. Jetzt kann ich's
wenigstens auf's scharfe Essen schieben.
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