Montag 12. Juni 2006, überall Zimmer frei an der Ostsee, genauer gesagt am Timmendorfer Strand bei frühsommerlichen 29,5 ° Celsius. Null Wolken über der Lübecker Bucht. Einer fast spiegelglatten Ostsee. Und fast niemand am Strand, wohlgemerkt wir sind hier am Timmendorfer Strand. Es ist WM, und überall sind Zimmer an der Ostsee frei. Zunächst fahren wir nach Niendorf. Dort findet man ein paar Feiersteinkiesel am Wasser. Wer weiß vielleicht finde ich ja einen versteinerten Seeigel. In Niendorf parken wir an einem Fischrestaurant, dessen Garten von einem riesigen bunten Sonnenschirm überspannt wird. Wasserläufe schlängeln sich am Rand entlang mit vielen fetten Karpfen darin. Die Gaststädte ist was für Ostsee-Urlauber, die ein Restaurant bevorzugen, das sich von bekannten oft Gesehenen abhebt. Urig, ist das richtige Wort. Jeder Tisch hat eine andere Dekoration von Strand-Fundstücken. Unter der einen Glasplatte Münzen, Feuersteine und eine verlorene Sonnenbrille, unter der anderen Versteinerungen, die man am Strand finden kann und natürlich Sand über Sand. Feinster Ostseesand als Deko. Aber zunächst ab ans Wasser. Am Strandkorbverleih stehen 25 Grad Lufttemperatur, 17 Grad Wassertemperatur. Ersteres ist untertrieben, der Sand unter den Füßen brennt, letzteres war übertrieben: Eiseskälte umklammert den Fuß bei Berührung mit dem Ostseenaß. Ok, es sind vielleicht 14 Grad, maximal, es war ja Wochenlang bisher auch um die 10 Grad. Was will man da erwarten. Wir breiten die Decke aus. Legen uns hin. Da sind wir also an der Ostsee in Niendorf, Gemeinde Timmendorfer Strand. Jetzt ist Urlaub. Aber was macht man eigentlich so im Urlaub? Ein älteres Paar liegt unter einem Sonnenschirm, beide dösen vor sich hin. Ein junges Mädchen ist über ein paar Zettel gebeugt. Sie erinnert mich an mich, die Strebsame. Dann haben wir noch einen einheimischen Jungen, der sehr gebräunt ist und seinen Hund ins Wasser scheucht, um ihn dann wieder kaum herauszubekommen. Und ich will im seichten Ostseewasser Steine sammeln. Ich ziehe meine Taucheranzugschuhe an aus Niopren, die isolieren. Übrigens nicht gut genug, denn ich trinke seit gestern Blasen- und Nierentee. Wenn ich hier in Timmendorf übernachten würde, was würde ich dann am nächsten tag machen. Diese Frage beschäftigt mich. Mir fehlt meine Kuschelcouch und langsam bekomme ich Hunger. Toll, auf ins Restaurant. Ich bin sowieso schon leicht gerötet. Also mein Lieblingsrestaurant liegt im Süden von Niendorf in der Nähe des Zeitschriften- und Andenkenladens und sie servieren leckere Krabbensuppe für glaube ich 6 Euro 50. Der Eisbecher geht so und der Kaffee ist grässlich, aber die Fischgerichte sind ein Geheimtipp. Super lecker und das hohe Gras neben den Gartenteichen des Restaurants verleiht südliches Ambiente. Nachher wollen wir nach Timmendorf. Neben dem Hotel Atlantik liegt eine kleine Galerie. Einfach mal Kunst im Ostseeurlaub genießen. Und kurz noch ein Abstecher an den echten Timmendorfer Strand in der Nähe der Seebrücke in der Nähe des Aquariums, hmm. Hier kann man ncicht parken, also ein Stück weiter. Ein Parkplatz in der Nähe des asiatisch anmutenden Ladens Kunst und Buch an der Uferstraße, die nur 40 Meter vom Strand entfernt liegt, ist frei. Hier stehen Buddha-Statuen aus Bronze zwischen den Büchern, was den Raum fast spirituell macht. Hat was. Übrigens haben wir das Haus Hubertus wiedergefunden, wo wir schon mal übernachtet haben - ein Zimmer im Keller. Das Zimmer im Keller einer Strandvilla mit Garten und Meerblick kostete damals 45 Euro. Das Zimmer verfügt über eine Kochniesche mit Fischbratwarnsymbol. Zum Schutz aller Gäste des Hauses. Die Betten waren mit einem seltsamen Material bezogen. Es raschelte wie Papier, weshalb mein Mann erst gegen vier Uhr früh einschlafen konnte. Das Zimmer war neu gefliest und gut beheizt und sehr sauber, lag aber im Kellgeschoss, so dass die erste Strandlage nur einen Blick auf die Düne und vorbeiradelnde Urlauber bot. Fazit: Die Zimmervermieter sind herzlich und unkompliziert. Auch eine Nacht geht. Wegen des schlechten Wetters wurde uns die Endreinigung erlassen. Damals waren es gerade mal 10 Grad im Juli und ziemlich alle Zimmer in Ostsee-Nähe ausgebucht. Deshalb haben wir diesmal erst gar keine Übernachtung an der Ostsee eingeplant. Jetzt sonnige 29 Grad, eher eine Ausnahme an der Ostsee und so viele Zimmer frei. Wir marschieren mit Decke an den Strand. Strandkörbe, viele leere Strandkörbe. Aber der Wind hat aufgefrischt. Wir versuchen es noch einmal an unserer ersten windstillen Bucht. Aber die Meeresbrise hat aufgefrischt. Es ist ungemütlich. Also nach Hause. Auch wir buchen heute kein Zimmer. Zimmer Ostsee-Küste Timmendorfer Strand ...der Süden der Ostsee Zimmer Ostsee: Urlaub Timmendorder Strand