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Deutsch > Englisch: 2 politische Romane (82500 + 86200 Wörter)
Thema - politische Romane
Umfang - 1 x 82.500, 1 x 86.200
Termin - Verhandlungssache
Beispieltext:
Er fuhr langsam. Die lange Fahrt von seiner Firma in Dresden bis zum Niederrhein steckte René Clausen in den Knochen. Es war der 8. August 1996, kurz vor Mitternacht.
Am letzten Autobahnkreuz waren ihm die Scheinwerfer eines Pkw aufgefallen, der ihm in mal längeren, mal kürzeren Abständen folgte. Das Kennzeichen konnte er in der Dunkelheit nicht erkennen. Er trat aufs Gaspedal, der Abstand zum Verfolger wurde größer, verringerte sich wieder, als der Fahrer hinter ihm ebenfalls beschleunigte. Er nahm das Gas etwas weg, wurde langsamer. Sein Verfolger rückte auf, drosselte dann aber auch die Geschwindigkeit. Der Abstand blieb immer gleich. Ein kleines Spiel in der Nacht.
Er erreichte die Ausfahrt zu seinem Heimatort. Der Wagen folgte ihm, bog ebenfalls ab. Jetzt musste René langsamer fahren, denn der Weg war schmal und kurvig, ging steil den Berg hinauf. Oben auf der Kuppe stand eine historische Mühle. Hinter der Mühle führte der Weg wieder hinunter, mündete in die Dorfstraße. Die Seitenränder waren nicht befestigt und häufig saßen Kaninchen oder Katzen auf der Straße.
Der fremde Wagen fuhr weiter hinter ihm, war jetzt dicht aufgerückt. René war müde, hatte neun Stunden Nachtfahrt hinter sich. Jetzt im Hochsommer fuhr er lieber am späten Abend, da war es kühler. Er wollte nur noch nach Hause und ins Bett.
Das letzte Stück führte über landwirtschaftliche Wege, durch Felder, vorbei an einem kleinen Wäldchen. Er erreichte die Straße, die zu seinem Haus führte. Der andere Wagen war dicht hinter ihm geblieben. René bog links in die Einfahrt. Die Scheinwerfer folgten ihm weiter. Er parkte vor der Garage und schaltete den Motor aus. Der fremde Wagen stellte sich quer hinter seinen.
Mit schweren Beinen stieg René aus, er wusste, was jetzt folgen würde. Seine Frau hatte das Hoflicht angelassen, und in dem schwachen Licht sah er drei Personen auf sich zukommen, zwei Männer und eine Frau. In seiner Erinnerung läuft alles wie in Zeitlupe ab. Einer der Männer war groß, bestimmt ein Meter neunzig, Vollbart. Der zweite war jünger, kleiner, etwa seine Größe, glatt rasiert. Die Frau war von kräftiger Statur. Sie stand ein paar Meter weiter, blickte die Straße rauf und runter.
Der Große hielt ihm einen Ausweis und ein rotes Stück Papier direkt vors Gesicht. Lesen konnte er im spärlichen Licht der Hofbeleuchtung nichts. Der Große nannte auch seinen Namen, den er aber nicht verstand.
»René Clausen?«
»Ja, was wollen Sie von mir?«
»Sie sind vorläufig festgenommen. Treten Sie an Ihren Wagen. Legen Sie die Hände auf das Dach, machen Sie die Beine breit.«
Es folgte ein kurzer Vortrag, den Clausen aber nur bruchstückhaft verstand. Kriegswaffenkontrollgesetz, Libyen, Verstoß gegen das UN-Embargo, das waren die Kernbegriffe, die bei ihm hängen blieben, als der mit dem Vollbart sprach.
René Clausen stand neben der Fahrertür seines Autos, die Hände auf dem Wagendach, vornübergebeugt mit gespreizten Beinen. Hände tasteten ihn ab. Befühlten die Nähte an seinem Hemdkragen, befingerten den Gürtel, die Säume seiner Jeans, fassten ihm zwischen die Beine, rauf und runter, innen wie außen. Routiniert.
Panik? Nein, er war nicht in Panik, er war vorbereitet, und jetzt war es so weit. Auch wenn er es sich so nicht vorgestellt hatte. Ein Schock? Ja, ein unbehagliches Gefühl stieg in ihm hoch. Nur ein Satz ging ihm immer wieder durch den Kopf: Nicht umkippen. Ruhe bewahren.
»Er ist sauber«, sagte der Jüngere.
»Nehmen Sie die Hände auf den Rücken«, befahl der mit dem Bart. Er hatte plötzlich Handschellen in der Hand. Handschellen klickten. Bevor er sich’s versah, stand er mit auf dem Rücken gefesselten Händen neben seinem Auto. Er hatte nun doch weiche Knie. Nur nicht umfallen, dachte er. Nerven behalten, das regelt sich alles.
»Gehen Sie zum Auto rüber und steigen Sie ein.«, sagte der mit dem Bart. Er hatte offenbar das Kommando.
»Meine Frau erwartet mich. Ich muss ihr Bescheid sagen.«
»Ihre Frau wird schon merken, dass Sie nicht kommen.«
»Sie wird sehr lange warten müssen«, ergänzte der Jüngere.
Die beiden fassten ihn rechts und links am Ellbogen und führten ihn die paar Meter zu ihrem quer stehenden Wagen. In diesem Moment fing Bessie, ihre Zwergschnauzerhündin, an zu bellen. Die Haustür öffnete sich, und seine Frau Svetlana kam auf den Hof. Selbst im kümmerlichen Licht der Hofbeleuchtung sah er ihren Schrecken.
»Svetlana, ruf bitte unseren Anwalt an, du weißt doch, den Grübner. Sag ihm, ich bin festgenommen worden. Und gib mir bitte den Pullover aus dem Kofferraum.« Er konnte plötzlich wieder denken und wusste, dass ihm eine lange Nacht bevorstand. Er fror in seinem dünnen Hemd.
Svetlana sagte kein Wort. Sie kam zum Wagen und holte ihm aus dem Kofferraum seinen Pullover. Die Frau, die bisher die Straße gesichert hatte, ließ sich den Pullover geben. Sie befingerte ihn und legte ihn auf den Rücksitz des Polizeiwagens. Plötzlich hatte er Angst, dass Svetlana keinen Schlüssel bei sich trug. Sie hatte die Tür zugeschlagen, damit der Hund nicht auf die Straße laufen konnte. Er wusste, wie oft sie sich bereits ausgesperrt hatte.
»Hast du den Haustürschlüssel?«, fragte er sie.
»Ja, habe ich.« Sie blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
Beruhigend sagte er: »Mach dir keine Sorgen, das klärt sich bestimmt schnell, ruf nur Grübner an, das ist wichtig.«
Die Frau nahm einen Kindersitz von der Rückbank und verstaute ihn im Kofferraum. Mit den Händen auf dem Rücken setzte er sich unbeholfen auf den Rücksitz des Autos. Alle stiegen ein. Der mit dem Bart fuhr, der Jüngere saß neben ihm. Die Frau saß vorne auf dem Beifahrersitz. Der Fahrer wendete. Das Letzte, was er wahrnahm, war Svetlana. Sie hatte sich keinen Millimeter bewegt. Ganz verloren stand sie da im schwachen Lichtschein der Eingangstür. Sie hatte ein grünes T-Shirt und Jeans an, die Arme vor der Brust und beide Hände vor den Mund gedrückt. Ihre Schultern krümmten sich nach vorn. Sie weinte.
Sie fuhren durch die dunklen Straßen. Die Uhr am Armaturenbrett zeigte Mitternacht. Der Fahrer nahm ein Mikro von der Konsole, tippte auf der Tastatur etwas ein und sagte:
»Objekt 1 festgenommen, keine Probleme.«
Knistern und atmosphärische Störungen drangen aus dem Lautsprecher. Dann eine Antwort: »Objekt 2 festgenommen, keine Probleme.«
Der Große hängte das Mikro wieder in die Halterung. Sie fuhren auf die Landstraße. Niemand sagte etwas.
Nach einer Weile, sie waren inzwischen auf der Autobahn, fragte Clausen: »Wohin fahren wir?«
Schweigen.
Nach einer längeren Pause sagte der Jüngere: »Ins Präsidium nach Mönchengladbach.«
Wieder Schweigen.
»Können Sie einigermaßen sitzen?«, fragte der Jüngere schließlich noch.
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