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Deutsch > Französisch: Kriminalroman, 319 Seiten

Kriminalroman, 319 Seiten, so bald wie möglich

normale Umgangssprache, Prolog gehoben, abschnittsweise esoterische Gedankenwelt, Fachausdrücke im Hinblick auf Archäologie, Polizeiarbeit und Obduktion

französischer Muttersprachler gewünscht

Beispieltext:
Peter Grubers Herz schlug für einen Moment höher, als er etwas Goldenes in der Erde blitzen sah.
Die Schicht, die er bearbeitete, war über 2000 Jahre alt. Lange vor Christi Geburt hatte hier ein Mensch den kleinen Gegenstand fallen lassen. Mit einem weichen Pinsel begann er, das Fundstück freizulegen.
Vielleicht eine Münze? Oder Teil eines Goldschmucks?
Langsam konnte er Konturen erkennen.
Peter Gruber saß in einer akkurat ausgestochenen Grube in der Nähe des antiken Gordion. Neunzig Kilometer südwestlich von Ankara suchten er und ein kleines deutsch-türkischen Team nach keltischen Überresten in der ehemaligen Hauptstadt des phrygischen Reiches.
Gordion, die Stadt, in der Alexander den gordischen Knoten zerschlug.
Der Archäologe hatte die Wand der Grube mit Wasser besprüht. Wenn die Erde feucht war, konnte man dunkle Flecken erkennen, Spuren von vermodertem Holz. Vermutlich Überreste von Pfosten, die ein Gebäude getragen hatten.
Gruber konnte nun kleine Einbuchtungen am Rand seines Fundstücks erkennen. Ohne zu zögern griff er in die Grubenwand und pulte den Gegenstand heraus. Klopfte die Erde ab und reinigte die Oberseite mit dem Daumen.
Er sah, wie sich Hüseyin Yildiz der Grube näherte. Der türkische Wissenschaftler begleitete die Ausgrabung für die Antikensammlung des staatlichen Museums in Ankara. Er trug ein Tablett, das wie eine Gondel in seiner Hand schaukelte. Darauf standen gold verzierte Gläschen mit Tee, auf den winzigen Untertassen lagen jeweils zwei Stück Zucker.
Gruber lächelte gequält. "Willst Du mir Tee servieren oder nur nachsehen, ob ich den 'Fund' schon entdeckt habe?"
"Das war nicht meine Idee, da musst du die anderen fragen."
Gruber hielt den schimmernden Gegenstand zwischen Daumen und Zeigefinger in die Höhe. Auf der glatten Oberfläche war ein Aufdruck zu erkennen. Efes. Der Name des einheimischen Bieres. Ein Kronkorken.
Die Teamkollegen auf dem Grabungsfeld schauten bereits zu ihnen herüber und grinsten. Sascha Urban, einer der deutschen Archäologen, hob einen Spaten in die Höhe. Wohl zum Zeichen, dass er damit heimlich ein Loch in die Grubenwand gestoßen und den Kronkorken darin versenkt hatte.
Ha, ha, sehr witzig.
Gruber warf den Kronkorken verärgert weg und wandte sich wieder seiner Arbeit zu.

Erst vor einigen Jahren hatte man in Gordion keltische Überreste gefunden. Die Galater, keltische Speermänner, waren im 3. Jahrhundert vor Christus als Söldner nach Anatolien gekommen und hatten für König Nikomedes I. gekämpft. Zum Dank bekamen sie für sich und ihre Familien eine neue Heimat geschenkt. Ihre erste große Siedlung nannten sie 'Der Anker'. Das heutige Ankara.
Obwohl fern der Heimat, behielten die Galater ihre Bräuche bei. Ihre Sprache, ihr Kunsthandwerk ähnelten stark den gallischen Stämmen in Nordfrankreich. Und auch ihre Art, Menschen zu opfern. Grausam zugerichtete Skelette hatte man in Gordion gefunden: Abgehackte Schädel, zerstreute Knochen. Um die Götter gnädig zu stimmen, opferten die Galater nicht nur Tiere, sondern auch Männer, Frauen und Kinder. Strangulierten sie, enthaupteten sie.
Steckten ihre Köpfe auf Lanzen.

Gruber hatte sich schon als Jugendlicher mit den grausamen Menschenopfern der Kelten beschäftigt. Ihn faszinierte, welche Tötungsarten sie sich ausgedacht hatten.
Sie zwängten ihre Opfer in Kisten, um sie im Moor zu versenken. Sie schlugen Heerscharen die Köpfe ab und positionierten die kopflosen Toten mitsamt ihren Waffen als Wächter. Die Schädel ihrer Lieblingsfeinde präparierten sie und reichten sie bei Festgelagen unter ihren Gästen herum.
Aber warum, zum Teufel, liebten sie diese Grausamkeit?
Gruber glaubte, dass die Menschenopfer eingesetzt hatten, nachdem ein Meteorit auf die Erde gestürzt war. Manche hielten ihn deswegen für einen Spinner, aber hatte man das nicht auch von Galilei behauptet? Er war davon überzeugt, dass die Kelten den Meteoriteneinschlag als Zorn der Götter gedeutet hatten. Ihnen war der Himmel auf den Kopf gefallen, und sie wussten nicht, warum. Deshalb mussten sie die mächtigen Götter besänftigen, je grausamer die Hinrichtung, desto gnädiger würden sie sein. Für das Opfer war der Tod eine Ehre: Es rettete dem Clan das Überleben und ging selbst ein in die paradiesische Anderswelt.

Die drei Archäologen saßen jetzt auf dem Rand der Grube und ließen die Füße baumeln. Ungefährlich war das nicht. Wer die Kante abbrach, musste einen Kasten Bier ausgeben. Ein ungeschriebenes Gesetz. Sie griffen zu den kleinen Tellern mit den Teegläsern, warfen die Zuckerwürfel in die Gläschen und genossen schweigend das heiße Getränk.
Grubers Blick glitt über die Grabung hinaus. Weit und breit kein Baum, kein Strauch. Nur trockenes Gras und graubraune Hügel bis zum Horizont.
Jetzt im Juni war es trocken. Und heiß. Fünfunddreißig, vierzig Grad. Die brennende Sonne verwandelte den Himmel in eine weiße Fläche, die sich gnadenlos über das karge Land erstreckte. Doch Gruber ignorierte die Hitze. Wenn die anderen in der Mittagszeit den Schatten aufsuchten, arbeitete er weiter. Den Strohhut fest auf den Kopf gedrückt, saß er am Boden einer Grube und kratzte mit einem Spachtel über das Erdreich. Sollten die anderen Siesta halten, er wollte jede Minute für seine Arbeit ausnutzen. Es machte ihm auch nichts aus, einen Tag lang nichts zu essen oder in schäbigen Unterkünften zu schlafen. Er brauchte keine weiche Matratze und kein fließendes Wasser. Hauptsache Abenteuer.
Vier Wochen vor Semesterende hatte er sich aus dem Mainzer Unibetrieb freigekämpft, um sich der Grabungskampagne in Gordion anzuschließen. Er war jetzt Mitte dreißig und sein Job als Dozent am Institut für Vor- und Frühgeschichte füllte ihn nicht wirklich aus. Jahr für Jahr führte er Exkursionen mit Studenten durch. Mehr oder weniger an den immer gleichen Stellen im Saarland, in Burgund oder in Österreich. Mit mehr oder weniger den gleichen Funden: Scherben, Bronzefibeln, Münzen. Umso glücklicher stimmte ihn sein Abstecher in die Türkei, wo er endlich wieder das Gefühl hatte, Neuland zu erforschen. Und vielleicht würde er in Gordion auf etwas Außergewöhnliches stoßen, etwas, das dazu beitrug, dass sein Name in die Annalen der Wissenschaft einging.
Der Beweis für die Meteoritenthese.

Der Klingelton seines Handys ließ ihn aufschrecken. Er zog das summende, vibrierende Ding aus seiner Hosentasche und schaute aufs Display. Deutsche Vorwahl, unbekannte Nummer. Schnell sprang er auf.
"Vorsicht, Kante", warnte Hüseyin.
Gruber entfernte sich ein paar Schritte von den beiden, um aus ihrer Hörweite zu kommen. Mit gemischten Gefühlen nahm er das Gespräch aus Deutschland an.
Hoffentlich zieht mich die Uni hier nicht vorzeitig ab.
"Spreche ich mit Dr. Peter Gruber?“
"Ja.“
"Mein Name ist Max Dwyer", sagte der Anrufer förmlich. "Ich bin der Assistent von Dr. Mara Jordan. Ich soll Sie in ihrem Auftrag um einen Rat bitten. Sie erinnern sich an Ihre Kollegin?"
"Natürlich." Gruber schupste mit dem rechten Fuß einen kleinen Erdklumpen hin und her.
Mara Jordan. Was will die plötzlich von mir?
Gruber sah Maras Bild vor sich: Langes Haar, schlanke Figur, kritischer Blick. Ein ungeschminktes, aschblondes Wesen, dessen Schönheit man erst auf den zweiten Blick sah.
“Was hat Frau Jordan denn für ein Problem?“, fragte Gruber den Anrufer aus Deutschland.
"Dr. Jordan leitet eine Notgrabung am Glauberg in der Wetterau. Dort ist eine Baumaßnahme geplant und wir müssen zuvor prüfen, ob sich archäologische Funde im Erdreich befinden."
"Routine also", wiegelte Gruber ab. Er überlegte, wie er den Kerl wieder loswerden konnte. "Ist Ihnen übrigens klar, dass ich mich gerade in der Türkei befinde?"
Der Mann, der sich als Max Dwyer vorgestellt hatte, lachte hohl. "Ich weiß genau, wo Sie sind. Dr. Jordan würde sich nicht mit Ihnen in Verbindung setzen, wenn es nicht dringend wäre. Sie möchte von Ihnen wissen, ob ..."
Die Verbindung war unterbrochen. Gruber starrte auf das Display, das wieder Datum und Uhrzeit anzeigte. Er unterdrückte ein Stöhnen. Er hatte keine Lust, auf banale Fragen zum Verlauf einer Rettungsgrabung einzugehen. Mit so etwas musste die schlaue Mara schon allein fertig werden.

Er hatte Mara bei ihrer Magisterarbeit betreut. Sie war ihm gleich aufgefallen, als sie an die Uni kam. Wenn ihre tiefe Stimme erklang, wenn sie ihr langes Haar zurückwarf oder wenn sie mit diesem geschmeidigen Gang auf ihn zukam, hatte er seine Augen kaum von ihr losreißen können.
Sie erinnerte ihn an seine Jugendliebe. An die Pfarrerstochter, die allen den Kopf verdreht hatte.
Doch während die anderen Studentinnen auch Zeit für ein bisschen Vergnügen fanden, konzentrierte Mara sich nur auf ihr Examen. Zäh und verbissen klammerte sie sich an ihre Bücher. Dass die kessen Erstsemester ihre Noten aufwerten wollten, indem sie ein wenig nett zu ihrem Dozenten waren, war für sie gleich der moralische Weltuntergang.
Ein einziges Mal war Mara aus sich herausgegangen.
Oh Mann, war das eine Show gewesen!
Auf einer Fête im Institut hatte ihr jemand einen “Zombie“ serviert und nach dem starken Cocktail war Mara nicht mehr sie selbst gewesen. Die Shakira-Imitation, die sie auf dem Tisch hinlegte, fand rasenden Beifall, ihr Hüftschwung war so erregend wie der des Originals. Erhitzt war sie vom Tisch getaumelt und er hatte sie in seinen Armen aufgefangen. Hatte sie mitgenommen und in seine Wohnung gebracht. Doch von Dankbarkeit keine Spur. Am nächsten Tag hatte sie sich pikiert und beleidigt gegeben. Und so verschlossen wie eine Muschel.
Mara, die Miesmuschel.

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